März 19

0 comments

Die 7-Punkte-Corona-Checkliste für Praktiker im Unternehmen

By Franziska Reith

März 19, 2020

Checkliste Corona, Corona-Krise Unternehmen

Auch wenn jetzt alle, Unternehmen wie Haushalte, von der Kurzfristigkeit und der Heftigkeit der Corona-Krise überrascht sind: Das Wichtigste ist jetzt, dass weiterhin planvoll überlegt gehandelt wird. Es geht nun zu allererst darum, das Überleben sicherzustellen, ohne mittelfristige Ziele und Entwicklungen aus den Augen zu verlieren. Das hat jetzt höchste Priorität!

Dafür sollten Sie anhand dieser Checkliste ein grobes Konzept entwickeln und dieses um die entsprechenden unternehmerischen Maßnahmen ergänzen. Ich arbeite auf Basis der 6-Topregeln-Checkliste vom BDU (Bundesverband deutscher Unternehmensberater e.V. – Download der Liste hier ) und habe sie um einige konkrete Maßnahmen für Praktiker im Unternehmen ergänzt:

1. Liquidität sicherstellen/Geld zusammenhalten

  • Liquidität sicherstellen/Geld zusammenhalten:
  • Liquiditätsplanung (dabei berücksichtigen, dass es bei Aussenständen zu Verzögerungen kommen kann)
  • Alle nicht notwendigen Ausgaben streichen oder strecken, auch Investitionen oder Entwicklungs-/Werbebudgets
  • Mit Lieferanten/Partnern über längere Zahlungsziele sprechen
  • Miete (aktiv auf den Vermieter zugehen und ggf. über verlängerte Zahlungsziele sprechen bis Kreditvergaben sichergestellt sind
  • Wenn nötig: Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen (Achtung: Sollte das Unternehmen doch in die Insolvenz geraten, haften Sie dafür trotzdem als Geschäftsführer!)
  • Lager abbauen (ggf. Rabattaktionen)
  • Steuern und Abgaben (über Stundung mit Finanzamt sprechen, ggf. übers Steuerbüro regeln lassen)
  • Daueraufträge/Abbuchungen/Wiederkehrende Zahlungen durchsehen und ggf. kündigen, damit bessere Liquiditätsplanung möglich
  • Bargeld: Ausreichend Bargeld vorhalten, u.a. um für mögliche Kurierdienste oder Versorgungsengpässe gerüstet zu sein
  • Kurzarbeitergeld beantragen

2. Betriebsorganisation/Vorausschauendes Mitarbeiter-Management

  • Betriebsorganisation/Vorausschauendes Mitarbeiter-Management
  • Erreichbarkeit sicherstellen (Umleitung von Telefonanlage auf Mitarbeiter-Handys; wenn Telefonanlage dies nicht hergibt, Handy-Nr. von ausgewählten Mitarbeitern auf Website, bei Google Business oder in Sozialen Medien veröffentlichen, alle relevanten Kontakte aktiv informieren)
  • A/B-Schichten (Bildung von sich vertretenden aber unabhängigen Arbeitsgruppen oder kompletten Organisationseinheiten (Team A und Team B) die rollierend in Büro/Produktion oder im Homeoffice arbeiten
  • Homeoffice-Regelungen, auch für Datenzugriffe (Cloudservices nutzen)
  • Videokonferenzen und/oder Telefonkonferenzen sicherstellen, auch mal intern ausprobieren!
  • Korrespondenz möglichst nur digital und mit klarer Vorgabe, dass alle Beteiligten/Vertreter über alles informiert sind
  • Reisen vermeiden (Leitlinie: Bis auf weiteres keine Reisen mehr!)
  • Alte Urlaube aufbrauchen (Voraussetzung für Kurzarbeitergeld)
  • (unbezahlten) Urlaub gewähren, z.B. für Mitarbeiter die ihre Kinder betreuen müssen
  • Ausnutzung und Neuverhandlung von Arbeitszeitkonto-Regelungen

3. Aktives Kundenmanagement

  • Offene und aktive Kommunikation mit den Kunden und auf aktuelle Situation hinweisen, dass es z.B. zu Verzögerungen kommen kann (nicht warten, bis diese sich melden)
  • Reklamations-Bearbeitung (Kunden informieren, dass es hier zu Verzögerungen in der Bearbeitung kommen kann)
  • Bei Kunden mit langen Kundenbeziehungen kann man ggf. Zahlungsziel vorverlegen, ggf. großzügige Skonto-Zahlung anbieten
  • Produkte und Dienstleistungen modifizieren (welche Vor-Ort-Besuche können durch Videokonferenz ersetzt werden etc.)

4. Lieferanten/Partner/Zulieferer

  • Lieferungen / potentielle Lieferengpässe mit Zulieferern klären
  • Rechtzeitig nach alternativen Lieferanten suchen (z.B. Europa statt Asien)
  • Auftragsgrößen, Liefertermine und Konditionen mit den Lieferanten nachverhandeln
  • Schulung des Einkaufs

5. Kapazitäten runterfahren

  • Schichten reduzieren
  • Einführung von 2- oder 3-Tageswoche
  • Abschaltung von Fertigungslinien oder ohnehin deckungsbeitragsarmen Angeboten

6. Werbung/Marketing

  • Werbe- und Marketingmaßnahmen prüfen (Messebauer stoppen, Veranstaltungen absagen etc.)
  • Prüfen, ob Produkt-/Unternehmenswerbung angepasst ist, oder ob sie runtergefahren werden muss. Oder sogar intensiviert – vielleicht haben jetzt potentielle Kunden mehr Zeit für Ihr Angebot?

7. Beantragung von Krediten / Langfristfinanzierung

  • –> wenn irgend möglich, auf Basis eines Maßnahmenkonzepts, dass Bedarf und Refinanzierung zeigt
  • Über die Hausbank
  • Factoring /Leasing nutzen
  • Über staatliche Institutionen wie KfW, weitere ANgebote werden folgen (siehe Bayern)
  • Ggf. mit Lieferanten/Partnern/Zulieferern über Überbrückungskredite sprechen oder ggf. verlängerte Zahlungsziele
  • Gesellschafterdarlehen (besteht Insolvenzgefahr, nur indirekt ins Unternehmen einbringen, im Gegenzug Inventar/Forderungen/Lagerbestand abtreten
  • rechtzeitig über strategische Partnerschaften nachdenken – welcher Geschäftspartner hat ein eigenes Interesse daran, dass Sie weiterhin erfolgreiche Geschäfte machen? Kann er Ihr Unternehmen, ggf. teilweise, finanzieren?

Haben Sie noch Fragen? Ich helfe Ihnen gerne weiter.
FR:Medien Unternehmensberatung Franziska Reith, f.reith@fr-medien.net oder unter 0151-217 80 919

Franziska Reith

About the author

Unternehmerin. Generalistin. Botschafterin. Seit mehr als 25 Jahren führe ich Projekte, Abteilungen und Unternehmen. Meine Erfahrungen und aktuelle Tipps teile ich in diesem Blog.

You might also like

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}